Tess Gerritsen

On the Road again:

Lesereise von Tess Gerritsen mit musikalischer Begleitung

© privat

Vor vier Jahren war Tess Gerritsen das letzte Mal in Deutschland, um eines ihrer Bücher vorzustellen – umso größer die Freude, dass sie die erneute Einladung des Verlages sofort angenommen hat! Das Glück war uns hold, denn Tess, deren neuer Roman Totenlied zu Teilen in Venedig spielt, plante gerade selbst eine private Reise nach Italien und wir konnten die Termine für die Lesereise daran anhängen. Und noch besser: Es war sogar Zeit für einen PR-Tag in Venedig selbst, an dem Journalisten Tess Gerritsen zu Interviews und Dreharbeiten treffen konnten!

Die erste Station der Lesereise war am 13. September Hannover. Praktisch, dass Tess auf ihrem Weg dorthin in München zwischenlanden musste – sodass wir uns direkt auf dem Flughafen treffen und die Reise nach Hannover gemeinsam antreten konnten. Wir hatten viel vor: zweisprachige Lesungen in fünf verschiedenen deutschen Städten, mit musikalischer Begleitung. Und so sammelte sich ein munteres Trüppchen am ersten Stopp in Hannover: Schauspielerin Claudia Michelsen, die den deutschen Lesepart übernahm und Tess Protagonistin im Roman eine ganz eigene, wunderbare Stimme verlieh. Jörg Widmoser, Primarius des Modern String Quartet, der gemeinsam mit Tess Gerritsen den von ihr eigens für Totenlied komponierten Walzer „Incendio“ aufführte – und ihm noch eine ganz eigene Note hinzufügte, über die sich Tess riesig gefreut hat – und Margarete von Schwarzkopf, die wie immer charmant, witzig und klug moderierte und mitunter unglaublich komisch versuchte, KEINE Schleichwerbung für i-tunes und amazon zu machen – wo man „Incendio“ nämlich downloaden kann.

© privat

Gleich beim ersten Kennenlernen war klar – dieses Trüppchen harmoniert bestens! Dennoch – der erste Soundcheck in der Apostelkirche in Hannover stand noch bevor und wir waren allesamt gespannt, wie alles funktionieren würde. Doch kein Grund zur Panik – Tess Gerritsen und Jörg Widmoser, die den Walzer noch nie gemeinsam gespielt hatten, brauchten gerade mal 10 Minuten um Violine und Klavier in Einklang zu bringen (Hier können Sie reinhören und -sehen - "Incendio" gespielt von Tess Gerritsen und Jörg Widmoser in der Apostelkirche in Hannover, 13.09.2016) – die Akustik war großartig, Claudia Michelsen las mit Verve und Margarete war einfach nur in ihrem Element – und das, nachdem wir in Hannover bei gefühlten 45 Grad den Tag über gegrillt wurden, und auch die Kirche nicht viel kühler war! Weit über 300 Zuhörer genossen den Abend und nutzten anschließend die Gelegenheit, sich ein Buch von Tess signieren zu lassen, einen kurzen Schwatz mit ihr zu halten oder ein Foto zu machen – hierbei assistiert von Gerritsens Ehemann Jacob, der gerne bereit war, das ein oder andere Foto zu schießen.

Nach diesem Superstart stand als nächstes das Krimifestival München auf dem Programm. Immer noch bei Rekordtemperaturen, reisten wir mittags an. Das erste, was Tess bei Ankunft am Hotel auffiel, war ein kleines chinesisches Restaurant gleich gegenüber. „Oh, können wir dort essen gehen? Wir hatten die ganze Woche italienisches Essen – ich habe solchen Appetit auf etwas Chinesisches!“ Die Mandarin-sprechende Bedienung versorgte uns aufs Beste, und lecker war’s – Tess muss es wissen, als Tochter einer Chinesin und eines Restaurantbesitzers.

© privat

Abends warteten über 400 Menschen in der Hochschule für Musik und Theater darauf, Tess live erleben zu können. Und auch hier wurde sie begeistert empfangen, die Signierschlange nahm kein Ende, der Abend wurde lang und länger.

Am 15.9. machten wir uns auf den Weg nach Lünen zum „Mord am Hellweg“-Festival. Nicht ganz einfach zu erreichen von München aus, und dank der Deutschen Bahn auch nicht ohne Hindernisse … Immer noch bei Gluthitze schafften wir es immerhin rechtzeitig nach Köln zum Hauptbahnhof, genossen einen kurzen Blick auf den Dom, um dann festzustellen, dass unser Zug reichlich Verspätung hatte und – einer meiner Lieblingssprüche bei der Bahn – heute mal in umgekehrter Wagenreihung fährt. Sofort hatten Tess und Jörg Widmoser eine Wette laufen, an welchem Ende des ellenlangen zusammengekoppelten ICE wohl unser Wagen sei. Ich sage nur: Jörg hat gewonnen, wir standen am falschen Ende des Bahnsteigs und mussten einen ordentlichen Spurt hinlegen! Der Anschlusszug in Dortmund war natürlich weg. Nachdem wir durchgebraten aber gut trainiert doch noch ankamen, wurden wir auch an diesem Abend wieder mit einem tollen Publikum belohnt!

Die nächsten Stationen waren die Crime Cologne und Mayersche Buchhandlung in Köln und das Harbour Front Festival in Hamburg. Dort durften wir in einem Bunker gastieren – was Tess sehr gefiel, zumal sie Horrorgeschichten liebt und gleich die ein oder andere Idee dazu hatte … Wieder erwarteten uns hunderte begeisterte Gerritsen-Fans, für die sich Tess beim anschließenden Signieren und Fotografieren gerne Zeit nahm. Als wir spät am Abend auf der „Cap San Diego“ eintrafen, dem Festival-Treff, waren wir alle – zugegeben – ein wenig erschöpft, nach einer Woche Reise, doch auch unglaublich glücklich. Allen voran Tess Gerritsen, die zutiefst gerührt war, mit wie viel Begeisterung und Sympathie ihr ihre deutschen Fans begegnet sind. Eigentlich hätte die Tour ruhig noch ein wenig dauern können …

© privat

Ein großer Dank an alle, die diese Tour mitgestaltet haben und an alle, die zu den Veranstaltungen gekommen sind: Ihr seid ganz große Klasse!

Berit Böhm / Blanvalet Verlag